
Die ersten Gebäulichkeiten des Hospizes datieren vom Jahre 1374. Der berühmte
Restaurator des Klosters Disentis, Abt Christian von Castelberg, rettete
das Hospiz 1577 vor dem Zerfall. Er liess die einfache Bergkapelle mit
herrlichen Fresken ausschmücken. Die Fresken im Chor der heutigen Kapelle,
die die Heiligen Martin und Placidus, Sigisbert und Benedikt darstellen, und die
darüberliegenden Wappen zeigen die Beziehungen zum Kloster Disentis.
Mit dem Bau des Stausees musste die alte Kapelle versetzt werden. Neben dem Bau des
Stausees wurde die NOK beauftragt, die Kapelle beim neuen Hospiz zu bauen und die Fresken zu erhalten.
Unter der Leitung von Chefarchitekt Josef Rieser aus Baden konnte die NOK in eigener Regie einen kleinen Sakralbau
auf der Lukmanierpasshöhe verwirklichen, der den Erbauern zur Ehre gereicht. Am 15. Oktober 1967 weihte Abt Viktor
Schönbächler die neue Kapelle ein.
Wer je über den Lukmanierpass fährt, wird die prächtige Kapelle nicht übersehen können. Sie passt sehr gut
zur kantigen Umwelt der Berge. Ein Besuch lohnt sich schon vom architektonischen Standpunkt her. Die
Kapelle soll möglichst vielen Menschen Augenblicke der Ruhe und der inneren
Besinnung schenken, damit sie seelisch gestärkt, mit neuem Mut und Gottes
Vertrauen wieder in die Niederungen des Alltags einkehren.